Burgen und Schlösser entstanden selten aus einem Guss. Fast jede Anlage ist über Jahrhunderte gewachsen, wurde umgebaut, beschädigt und wieder ergänzt. Wer die Epochen kennt, kann diese Schichten auseinanderhalten – den romanischen Palas hinter dem barocken Portal, den gotischen Turm unter dem Zinnenkranz des 19. Jahrhunderts. Dieses Kapitel liefert das Handwerkszeug: eine Zeitleiste der Baustile, die Unterschiede zwischen Burg, Schloss, Festung und Residenz, die wichtigsten Burgtypen und gut 40 Fachbegriffe von A bis Z.
Epochen und ihre Erkennungsmerkmale
Die Zeitangaben sind Richtwerte. Stile verbreiteten sich langsam, auf dem Land oft Jahrzehnte später als in den Bischofsstädten, und viele Bauten vereinen mehrere Epochen. Der Aachener Dom ist dafür ein gutes Beispiel. Bögen, Fenster und Mauerstärke verraten die Bauzeit meist schneller als jede Inschrift.
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um 750 bis um 1050
Karolinger und Ottonen
Die Könige regieren im Umherziehen und halten Hof in Pfalzen. In Stein gebaut werden vor allem Kirchen; Befestigungen bestehen meist aus Wall, Graben und Holz. Typisch sind Zentralbauten nach antikem Vorbild, wuchtige Pfeiler und kleine Fenster.
Beispiele: das Oktogon des Aachener Doms, die Stiftskirche in Gernrode an der Straße der Romanik.
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um 1050 bis um 1250
Romanik
Dicke Mauern, Rundbögen und gekuppelte Fenster mit kleinen Säulen; Lisenen und Bogenfriese gliedern die Wände. Die steinerne Adelsburg mit Bergfried, Palas und Ringmauer setzt sich durch.
Beispiele: der Palas der Wartburg, die Doppelkapelle der Kaiserburg Nürnberg, der Dom zu Speyer.
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um 1250 bis um 1500
Gotik
Spitzbogen, Kreuzrippengewölbe und Strebewerk erlauben hohe Räume mit großen Fenstern, deren Maßwerk zum Erkennungszeichen wird. Burgen erhalten Zwinger, Torbauten und Pechnasen. Am Ende der Epoche entsteht mit der Albrechtsburg der erste Schlossbau.
Beispiele: der Kölner Dom, der Pfalzgrafenstein bei Kaub, die Albrechtsburg Meißen.
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um 1500 bis um 1620
Renaissance
Antike Formen kehren zurück: Säulenordnungen, Ziergiebel, Arkadenhöfe und symmetrische Fassaden. Feuerwaffen entwerten die hohe Mauer, und der Adel baut wohnlicher.
Beispiele: Ottheinrichsbau und Friedrichsbau des Heidelberger Schlosses.
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um 1620 bis um 1770
Barock
Bewegte Fassaden, Kuppeln, prunkvolle Treppenhäuser und lange Gartenachsen: Das Schloss wird zur Bühne des Fürsten. Zugleich entstehen Festungen mit Bastionen für den Artilleriekrieg.
Beispiele: Schloss Moritzburg, die Würzburger Residenz, die Bastionen der Festung Marienberg und der Festung Königstein.
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um 1770 bis um 1850
Klassizismus und Romantik
Der Klassizismus setzt auf klare, ruhige Formen nach griechischem und römischem Vorbild. Parallel entdeckt die Romantik das Mittelalter: Ruinen werden zu Sehnsuchtsorten, verfallene Burgen am Rhein werden wieder aufgebaut.
Beispiele: Schloss Lichtenstein (1840 bis 1842), die bewusst erhaltene Ruine des Heidelberger Schlosses.
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um 1850 bis um 1900
Historismus
Architekten greifen frei auf frühere Stile zurück – Neuromanik, Neugotik, Neurenaissance – und verbinden sie mit moderner Technik wie Eisenkonstruktionen und Zentralheizung.
Beispiele: Neuschwanstein, Burg Hohenzollern, das Schweriner Schloss.
Burg, Schloss, Festung oder Residenz?
Im Alltag verschwimmen die Begriffe. Neuschwanstein heißt Schloss und sieht aus wie eine Burg, die Wartburg war lange fürstlicher Wohnsitz, und die Festung Marienberg in Würzburg begann als Burg. Entscheidend ist die Aufgabe zur Bauzeit, nicht der heutige Name.
Burg
wehrhaft und bewohnt
Befestigter Wohnsitz des Mittelalters, etwa vom 10. bis zum 15. Jahrhundert. Wohnen und Verteidigen gehören zusammen: Bergfried als Zuflucht, Palas als Saalbau, Ringmauer und Tor als Schutz. Bauherren waren Könige, Fürsten und Bischöfe, aber auch Grafen und Ministerialen.
Schloss
repräsentativ statt wehrhaft
Seit dem späten 15. Jahrhundert der vorherrschende Adelssitz. Die Mauern sollen beeindrucken, nicht abwehren: regelmäßige Grundrisse, große Fenster, Festsäle, Treppenhäuser und Gärten. Viele Burgen wurden zu Schlössern umgebaut, was die Grenze oft unscharf macht.
Festung
gebaut für Geschütze
Militärische Anlage der Neuzeit, entworfen gegen Kanonen. Statt hoher Türme gibt es niedrige, massive Wälle, vorspringende Bastionen und bombensichere Kasematten. Darin lag meist eine Garnison, kein Fürstenhof.
Residenz
Sitz der Regierung
Kein Bautyp, sondern eine Aufgabe: der Ort, an dem ein Landesherr dauerhaft wohnte und regierte. Eine Residenz kann eine Burg, ein Schloss oder ein ganzes Stadtviertel mit Kanzlei, Marstall und Hofkirche sein.
Zwischenformen sind häufig. Die Albrechtsburg in Meißen gilt als erster Schlossbau in Deutschland, trägt aber den Namen Burg. Burg Hohenzollern und Schloss Lichtenstein entstanden im 19. Jahrhundert als Bilder mittelalterlicher Burgen und wurden nie verteidigt. Umgekehrt steckt in manchem Schloss noch eine mittelalterliche Burg, erkennbar an sehr dicken Mauern.
Burgtypen nach ihrer Lage
Die Burgenkunde ordnet Anlagen vor allem nach ihrer Lage im Gelände. Sie bestimmte, von welcher Seite Angriffe drohten und welche Bauteile nötig waren.
Höhenburg
Auf einer Anhöhe errichtet, durch steile Hänge geschützt – in Mittelgebirgen und an Flusstälern der häufigste Typ. Je nach Lage unterscheidet man Gipfel-, Kamm-, Hang- und Spornburgen. Die Marksburg krönt eine Kuppe über Braubach, die Burg zu Burghausen zieht sich über einen schmalen Höhenkamm.
Spornburg
Eine Höhenburg auf einem Bergsporn, der an drei Seiten steil abfällt. Die einzige flache Angriffsseite zum Berg hin sichern ein tiefer Halsgraben und oft eine Schildmauer. Viele Burgen an Rhein, Mosel und Neckar liegen auf solchen Spornen.
Wasserburg
In der Niederung errichtet und durch Wasser geschützt: Gräben, Teiche oder ein Flusslauf ersetzen den Steilhang. Typisch ist sie für flache Landschaften wie das Münsterland mit der Burg Vischering. Eine Sonderform ist die Inselburg, etwa der Pfalzgrafenstein im Rhein.
Felsenburg
Auf oder in einem freistehenden Felsen gebaut, Räume und Treppen sind teils direkt in den Stein gehauen. Felsenburgen finden sich vor allem in Sandsteingebieten, etwa im Pfälzerwald mit Berwartstein und Altdahn oder in der Sächsischen Schweiz.
Glossar von A bis Z
Umlaute stehen beim Grundbuchstaben, Querverweise führen zu verwandten Einträgen.
A
- Arkade
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Reihe von Bögen auf Säulen oder Pfeilern, offen oder einer Wand vorgeblendet. Arkadenhöfe sind ein Kennzeichen der Renaissance, offene Bogengalerien kennt aber schon die Romanik, etwa am Palas der Wartburg.
Siehe auch: Rundbogen
B
- Barbakane
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Vorgeschobenes, meist rundes oder halbrundes Torwerk vor dem eigentlichen Burg- oder Stadttor. Angreifer mussten erst diesen Vorposten nehmen, bevor sie das Haupttor erreichten.
- Bastion
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Fünfeckiges, aus dem Wall vorspringendes Festungswerk, das seit dem 16. Jahrhundert die runden Türme ablöste. Von seinen Flanken aus bestrichen Geschütze die Mauer dazwischen ohne tote Winkel.
- Bergfried
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Hauptturm einer mittelalterlichen Burg, meist ohne dauerhafte Wohnfunktion. Er diente als Ausguck, Zeichen der Herrschaft und letzte Zuflucht; der Eingang lag deshalb hoch über dem Boden und war nur über Leiter oder Holzsteg erreichbar.
- Burggraben
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Künstlich angelegter Graben vor der Mauer, trocken oder mit Wasser gefüllt. Er hielt Belagerungstürme und Rammböcke auf Abstand und erschwerte das Untergraben der Mauern.
Siehe auch: Halsgraben, Zugbrücke
- Burgkapelle
-
Kapelle innerhalb der Burg, oft im Palas, über dem Tor oder als eigener Bau. Eine Sonderform ist die Doppelkapelle mit zwei übereinanderliegenden Räumen, wie in der Kaiserburg Nürnberg.
D
- Donjon
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Bewohnbarer Hauptturm, typisch für Frankreich und England. Anders als der deutsche Bergfried vereinte er Wohnen und Verteidigung in einem einzigen, mächtigen Bau.
Siehe auch: Bergfried
E
- Erker
-
Geschlossener, vorkragender Anbau an einem Obergeschoss, oft mit eigenem Dach. Er brachte Licht und Ausblick in die Räume; an Burg Eltz prägen Fachwerkerker die Silhouette.
Siehe auch: Pechnase
F
- Fachwerk
-
Bauweise mit einem tragenden Gerüst aus Holzbalken, dessen Felder mit Lehmflechtwerk oder Ziegeln ausgefüllt werden. Schmuckformen und Holzverbindungen erlauben oft eine grobe Datierung.
Siehe auch: Deutsche Fachwerkstraße
- Fallgitter
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Schweres Gitter aus Holz und Eisen, das in seitlichen Führungen vor oder hinter dem Tor herabgelassen wurde. Es versperrte die Durchfahrt schnell, auch wenn das Tor selbst noch offen stand.
Siehe auch: Torhaus
- Felsenburg
-
Burg auf oder in einem freistehenden Felsen, mit teils in den Stein gehauenen Räumen, Treppen und Zisternen.
Siehe auch: Burgtypen
G
- Ganerbenburg
-
Burg im gemeinsamen Besitz mehrerer Familien oder Familienzweige. Jede Partei bewohnte eigene Gebäude, Tor, Brunnen und Kapelle wurden gemeinsam genutzt, und ein Burgfrieden regelte das Zusammenleben. Bekanntestes Beispiel ist Burg Eltz.
H
- Halsgraben
-
Graben, der eine Spornburg vom anschließenden Bergrücken trennt, also an ihrer einzigen nicht durch Steilhänge geschützten Seite. Er wurde oft tief in den Fels gehauen.
Siehe auch: Spornburg, Schildmauer
- Hauptburg
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Andere Bezeichnung für die Kernburg.
Siehe: Kernburg
- Historismus
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Architekturströmung etwa von 1850 bis 1900, die frühere Stile nachahmt und miteinander verbindet. Hauptwerke sind Neuschwanstein, Burg Hohenzollern und das Schweriner Schloss.
K
- Kasematte
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Bombensicher überwölbter Raum in einem Festungswall, genutzt als Geschützstand, Lager oder Unterkunft.
Siehe auch: Bastion
- Kemenate
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Beheizbarer Wohnraum einer Burg, benannt nach dem Kamin (lateinisch „caminata“). Die verbreitete Deutung als Frauengemach trifft nur einen Teil der Wortgeschichte.
Siehe auch: Palas
- Kernburg
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Innerster, am stärksten gesicherter Teil einer Burg mit Palas, Bergfried und meist der Kapelle, auch Hauptburg genannt. Davor liegen oft eine oder mehrere Vorburgen.
Siehe auch: Vorburg
L
- Lisene
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Flacher, senkrechter Mauerstreifen ohne Kapitell, der eine Wand gliedert. Zusammen mit kleinen Rundbogenfriesen ein typisches Schmuckmotiv der Romanik.
Siehe auch: Rundbogen
M
- Maßwerk
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Geometrisches Steinornament der Gotik, das Fenster, Brüstungen und Giebelfelder füllt. Anfangs aus Kreisen und Pässen gebildet, in der Spätgotik auch aus geschwungenen Fischblasen.
Siehe auch: Spitzbogen
- Ministerialen
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Ursprünglich unfreie Dienstleute im Verwaltungs- und Kriegsdienst von Königen, Fürsten und Bischöfen. Viele verwalteten Burgen, stiegen auf und gingen im niederen Adel auf.
- Motte
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Frühe Burgform aus einem künstlich aufgeschütteten Erdhügel mit hölzernem Turm, umgeben von Graben und Palisade, verbreitet vor allem im 11. und 12. Jahrhundert. Heute sind oft nur grasbewachsene Hügel geblieben.
N
- Neugotik
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Stilrichtung des 19. Jahrhunderts, die Formen der Gotik wieder aufnimmt: Spitzbogen, Maßwerk, Fialen und Zinnen. Beispiele sind Burg Hohenzollern, die wieder aufgebaute Reichsburg Cochem und der Westturm des Aachener Doms.
Siehe auch: Historismus
P
- Palas
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Repräsentativer Wohn- und Saalbau einer Burg mit dem großen Saal für Feste, Gericht und Empfang. Der romanische Palas der Wartburg zählt zu den besterhaltenen nördlich der Alpen.
- Pechnase
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Kleiner Erker über einem Tor oder an einer Mauer mit einer Öffnung im Boden, durch die Verteidiger senkrecht nach unten werfen oder schießen konnten. Ob dabei tatsächlich heißes Pech floss, ist umstritten; Steine dürften häufiger gewesen sein.
- Pfalz
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Stützpunkt des reisenden Königs im Mittelalter, mit Saalbau, Kapelle und Wirtschaftshof. Bedeutende Pfalzen standen etwa in Aachen, Goslar und Bad Wimpfen.
Siehe auch: Goslar
R
- Ravelin
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Dreieckiges Außenwerk einer Festung, das vor dem Wall zwischen zwei Bastionen lag und meist das Tor deckte.
Siehe auch: Bastion
- Residenz
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Sitz eines Landesherrn und seiner Regierung, gleich in welcher Bauform.
Siehe auch: Burg, Schloss, Festung oder Residenz?
- Ringmauer
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Mauer, die eine Burg vollständig umschließt; auf ihrer Krone verlief meist ein Wehrgang. Größere Anlagen hatten mehrere Ringe hintereinander.
Siehe auch: Zwinger, Schildmauer
- Rundbogen
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Halbkreisförmiger Bogen, Leitform der Romanik und später der Renaissance. Im 19. Jahrhundert nahm die Neuromanik ihn wieder auf, etwa in Neuschwanstein.
Siehe auch: Spitzbogen
- Ruine
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Verfallene oder zerstörte Anlage. Seit der Romantik werden Ruinen nicht mehr nur als Steinbruch genutzt, sondern oft bewusst gesichert und erhalten, wie Teile des Heidelberger Schlosses.
S
- Schießscharte
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Schmale Maueröffnung, durch die Verteidiger geschützt schießen konnten. Ihre Form verrät die Waffe: lange Schlitze für Bogen und Armbrust, runde oder schlüssellochförmige Öffnungen für Feuerwaffen.
Siehe auch: Zinne
- Schildmauer
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Besonders hohe und dicke Mauer an der gefährdetsten Seite einer Burg, meist zum Berg hin. Sie deckte die dahinterliegenden Gebäude wie ein Schild.
Siehe auch: Halsgraben, Spornburg
- Spitzbogen
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Bogen aus zwei Kreissegmenten, die oben in einer Spitze zusammenlaufen. Er leitet die Last steiler ab als der Rundbogen und ermöglichte die hohen Räume der Gotik.
Siehe auch: Maßwerk
- Spornburg
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Höhenburg auf einem Bergsporn, an drei Seiten durch Steilhänge geschützt; die Bergseite sichern Halsgraben und Schildmauer.
Siehe auch: Burgtypen
T
- Torhaus
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Befestigter Bau über oder neben der Toreinfahrt, oft mit Fallgitter, Pechnase und Wachstube. An der Wartburg führt eine Brücke direkt auf das Torhaus zu.
- Treppenturm
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Turm mit einer Wendeltreppe, der die Geschosse eines Gebäudes erschließt. In Spätgotik und Renaissance wurde er zum Prunkstück, etwa der Große Wendelstein der Albrechtsburg in Meißen.
Siehe auch: Wendelstein
V
- Vorburg
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Der Kernburg vorgelagerter, eigens befestigter Bereich mit Ställen, Werkstätten, Scheunen und Unterkünften. Die Burg zu Burghausen reiht fünf Vorburgen vor der Hauptburg auf.
Siehe auch: Kernburg
W
- Wasserburg
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Burg in der Niederung, geschützt durch Gräben, Teiche oder einen Fluss. Im Münsterland heißen die breiten Wassergräben Gräften.
Siehe auch: Burggraben, Burgtypen
- Wehrgang
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Laufgang auf der Mauerkrone, hinter Zinnen oder Brüstung geschützt und oft überdacht. In Rothenburg ob der Tauber lässt er sich auf langen Abschnitten der Stadtmauer begehen.
- Wendelstein
-
Andere Bezeichnung für einen Treppenturm mit Wendeltreppe.
Siehe: Treppenturm
Z
- Zinne
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Aufragender Mauerzahn auf der Mauerkrone. Zwischen zwei Zinnen liegt die Scharte, durch die geschossen wurde, während die Zinne Deckung bot. Im 19. Jahrhundert setzte man Zinnen oft nur noch als Zierde auf.
Siehe auch: Wehrgang
- Zugbrücke
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Bewegliche Brücke über den Burggraben, die mit Ketten oder Seilen hochgezogen wurde und dann zugleich das Tor verschloss.
Siehe auch: Burggraben, Torhaus
